BASF Professionelle Schädlingsbekämpfung Deutschland

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Ameisen

Ameisen sind eine staatenbildende Insektenart und können in Wohnhäusern, Krankenhäusern, Restaurants und anderen Gebäuden zu einer ernsten Plage werden. Ihre Allgegenwärtigkeit und soziale Organisation machen es besonders schwer, sie zu bekämpfen.

Das Ameisen-Problem in Europa

Von den über 10.000 bekannten Ameisenarten sind etwa 180 in Europa heimisch. Die große Mehrheit lebt im Freien, wo sie eine Reihe nützlicher Aufgaben erfüllt, wie z. B. das Durchlüften des Erdreichs, die Bekämpfung von Schadinsekten oder den Abbau organischen Materials.

Problematische Arten

Typischerweise verursachen nur wenige Ameisenarten Probleme, und zwar solche, die von Lebensmitteln und Tierfutter mit hohem Zucker- und Eiweißgehalt angezogen werden. Darunter am häufigsten anzutreffen sind die in der Regel alle im Freien nistenden:

  • Schwarzen Wegameisen (Lasius niger),
  • Gelben Wiesenameisen (Lasius flavus),
  • Zweifarbigen Wegameisen (Lasius emarginatus), und
  • Gemeinen Rasenameisen (Tetramorium caepsitum).

Gelegentlich sind auch Ameisen problematisch, die dazu neigen, direkt in oder in unmittelbarer Nähe von Gebäuden zu nisten. Dazu gehören:

  • Rossameisen (Campanotus sp.),
  • Pharaoameisen (Monomorium pharaonis) und
  • Argentinische Ameisen (Linepithema humile).

Ameisen werden zur Plage, sobald sie das persönliche Umfeld der Menschen wie Gebäude, Höfe und Parks besetzen. Einige Arten können die öffentliche Gesundheit gefährden oder in elektrischen Bauteilen Kurzschlüsse und dadurch Brände verursachen.

Ihre soziale Organisation, Vielfalt und Anpassungsfähigkeit an den urbanen Lebensraum haben die Ameisenbekämpfung für Schädlingsbekämpfer und Wohnungseigentümer zur Priorität gemacht.

Biologie und Verhalten

Ameisen verdanken einen Großteil ihres Erfolges ihrer komplexen sozialen Struktur. Die klare Arbeitsteilung zwischen den verschiedenen Arbeiterinnen – Kundschafterinnen, Sammlerinnen, Brutpflegerinnen und Wächterinnen – ebenso wie zwischen Arbeiterinnen, Königinnen und Drohnen (fortpflanzungsfähigen Männchen) machen ein hochgradig effizientes Errichten, Entwickeln und Überleben von Kolonien möglich.

Die ausschließlich für die Eiablage verantwortlichen Königinnen sind bezüglich ihrer Nahrungsversorgung ganz und gar von Sammlerameisen abhängig, ebenso wie nicht sammelnde Arbeiterinnen, Larven in der Entwicklung und Drohnen im Nest.

Sie folgen einer ursprünglich von Kundschafterinnen, die im Umkreis von etwa 90 Metern zum Nest ständig neue Nahrungsquellen aufstöbern, ausgelegten Pheromon-Duftspur. Sammlerameisen transportieren beständig Nahrung zurück in die je nach Art über mehrere Stellen verteilte Kolonie. Die Sammlerameisen verzehren die Nahrung zum Teil selbst, teilen sie aber auch in einem Prozess, der als Trophallaxis bekannt ist, mit allen nicht sammelnden erwachsenen Tieren sowie mit Larven im Entwicklungsstadium.

Die so entstehenden, viel benutzten Ameisenstraßen zwischen den Niststätten und ihren zahlreichen Futterquellen sind ein häufiges Charakteristikum bei Befall. Je länger eine Straße verwendet wird, desto beharrlicher bleibt sie bestehen und ist nur schwer zu unterbrechen.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Arbeiterinnen auf der Futtersuche typischerweise fünfmal mehr Flüssigköder als Gelköder konsumieren, obwohl ansonsten viele Individuen anstatt flüssiger Nahrung stets Gel- oder feste Nahrung bevorzugen.

Darüber hinaus wurde festgestellt, dass Ameisen – vermutlich als natürliche Folge ihrer Anpassung an Honigtau als Nahrung – in flüssiger Form konsumierte Köder weitaus schneller und effizienter innerhalb der Kolonie mit anderen teilen. Infolgedessen sind im Vergleich zu einer gleichwertigen Gelköderformulierung drastisch verbesserte Bekämpfungsraten zu erkennen.

Bekämpfungsansatz

Aufgrund der besonderen Herausforderung, die eine wirksame Kontrolle von Ameisen darstellt, ist es besonders wichtig, das Problem mit der verhaltensbasierten integrierten Bekämpfungsstrategie der BASF anzugehen, die sich auf fünf Schwerpunkte stützt:

1. Inspektion, um Ausmaß und Ort des Befalls festzustellen.

2. Wahl der besten Behandlungsstrategie für die konkrete Situation.

3. Kommunikation, um realistische Erwartungen zu setzen und eine ausreichende Zusammenarbeit mit dem Kunden zu gewährleisten.

4. Best- und sicherstmögliche Behandlung mit den effektivsten Produkten.

5. Verlaufskontrolle, um Ergebnisse zu beurteilen und ggf. nachzubehandeln.

Bekämpfung von Ameisenbefall

Eine effektive Bekämpfung sozialer Insekten wie Ameisen setzt Maßnahmen voraus, die sowohl die Königinnen als auch ihre Brut beseitigen. Das Fernhalten der Sammlerameisen von den Nahrungsquellen bzw. die Eliminierung ihrer Nahrungsquellen – entweder physisch oder durch Behandlung mit Insektizid-Sprühmittel – sorgt bei den meisten Befällen lediglich, wenn überhaupt, für eine vorübergehende Ruhepause.

Qualitätsköder

Die einzig zuverlässige Möglichkeit zur vollständigen Bekämpfung eines Ameisenbefalls besteht darin, Sammlerameisen attraktive, wirksame und leicht zugängliche Insektizidköder anzubieten, die sie selbst konsumieren und – besonders wichtig – überall in ihren Kolonien verteilen.

Dieser Ansatz nutzt das natürliche trophallaktische Verhalten der Ameise und gewährleistet, dass sämtliche Tiere – vor allem Königinnen und ihre Larven – eine tödliche Dosis des Insektizids erhalten.

Ohne diese Vorgehensweise kann eine Kombination aus bestehender Brut (Eier, Larven und Puppen) und der ungeheuren Eierlegekapazität der Königinnen ohne weiteres dazu führen, dass ein Befall innerhalb weniger Wochen nach der Behandlung wieder das ursprüngliche Ausmaß erreicht.

Um größtmögliche Wirksamkeit und Verlässlichkeit zu gewährleisten, muss der Ameisenköder auf einem Insektizid basieren, das:

  • für Ameisen nicht wahrnehmbar, aber leistungsstark genug ist, um bei Verzehr oder physischer Übertragung kleinster Mengen innerhalb der Kolonie tödlich zu wirken, und
  • ausreichend verzögert in seiner Wirkung ist, um Sammlerameisen zu ermöglichen, es weitflächig an alle adulten Tiere und Larven innerhalb der Kolonie zu verteilen, bevor sie selbst daran sterben.

Des Weiteren muss die Köderformulierung:

  • für die Ameisen höchst attraktiv und ansprechend sein, um die Arbeiterinnen zu größtmöglicher Fütterungsaktivität zu stimulieren, und
  • in flüssiger Form vorliegen, um die schnellste und effektivste Aufnahme und Weiterverteilung des Wirkstoffes in der gesamten Kolonie zu gewährleisten.

Bewährte Verfahrensweisen beim Auslegen der Köder sind ebenfalls wichtig für den Erfolg. Dazu gehört vor allem:

  • Innenräume sollten gesäubert und alternative Nahrungsquellen vor der Behandlung entfernt werden.
  • Köder sollten an Stellen ausgelegt werden, von denen sie nicht durch Reinigungsarbeiten schnell wieder entfernt werden, vorzugsweise in der Nähe von bekannten oder vermuteten Eintrittsstellen der Ameisen oder Ameisenstraßen.
  • Zuvor mit abschreckenden Insektiziden behandelte Stellen sollten gemieden werden.
  • Werden die Köder im Freien ausgelegt, sollte man sich auf aktive Nahrungssammelstraßen der Ameisen konzentrieren und die Köder so nah wie möglich am Nest platzieren.
  • Die Köder sollten auf nicht porösen, vor Regen geschützten Oberflächen platziert werden, idealerweise in speziellen Köderstationen.

Unterstützendes Sprühen

Beim Ködern von Ameisen dauert es üblicherweise zwischen 10–14 Tagen, bis die Kolonie bekämpft ist. Wo an sensiblen Orten die schnelle Eliminierung nahrungssuchender Tiere wichtig ist, kann die Ködermethode durch taktisches Besprühen mit einem schnell wirkenden Insektizid ergänzt werden. Ein Insektizid mit repellenter Wirkung kann nicht nur zügig sichtbare Sammlerameisen beseitigen, sondern auch als nützliche Peripheriebarriere für weiteres Eindringen von Ameisen fungieren. Es ist jedoch wichtig, dass repellent wirkende Insektizide nicht in der Nähe von Ködern verwendet werden, da ihre abschreckende Wirkung den Kontakt der Ameisen mit dem Köder verhindern kann.

Das Sprühen sollte:

  • gezielt auf Ameisenstraßen in Gebäuden sowie Übergänge zwischen Wand und Fußboden in der Nähe von Futterquellen erfolgen,
  • auch typische Eintrittsstellen um Fenster und Türen, Abläufe und Rohrleitungen herum miteinbeziehen und
  • im Freien befindliche Ameisenstraßen in der Nähe von Köderstellen meiden.

Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass Ameisen ihre Straßen zur Futterquelle außerordentlich beharrlich verfolgen und klein genug sind, um sogar durch winzige Öffnungen Zutritt zu erlangen. Dies macht eine gründliche Behandlung der Peripherie mit abschreckenden Insektiziden unerlässlich, denn sie stellt sicher, dass die Ameisen wirksam entfernt und offensichtliche Anzeichen von Befall sofort beseitigt werden, während mit dem Auslegen von Ködern die Bekämpfung der gesamten Kolonie erreicht wird. Wo der Befall großflächig, lang andauernd oder anderweitig besonders herausfordernd ist, ist das Besprühen von im Freien befindlichen Nestern und Ameisenstraßen mit einem langsamer wirkenden, nicht abschreckenden Insektizid von zusätzlichem Wert.

Physische Bekämpfung

Obwohl sie allein angewendet im Allgemeinen unwirksam sind, können physikalische Maßnahmen zum Fernhalten von Ameisen von Gebäuden oder Nahrungsmittelquellen in Kombination mit chemischer Bekämpfung einen wertvollen Beitrag leisten, insbesondere zur Vorbeugung gegen erneuten Befall mit neuen Kolonien an sensiblen Standorten.

Zu den wirkungsvollsten Maßnahmen gehören:

  • ameisensichere Lagerung von Lebensmitteln in dicht schließenden Behältern,
  • regelmäßige Reinigung von Fußböden und Oberflächen zur Entfernung von Verschüttetem und Duftspuren,
  • sorgfältige Beseitigung von Küchen- und Lebensmittelabfällen sowie
  • dauerhaftes Abdichten von Eintrittsstellen mit flexibler Dichtmasse.

Behandlungsprogramme

Basierend auf einer Kombination aus der Behandlung von Innenbereichen, Außenbereichen und der Peripherie beinhalten die effektivsten Behandlungsprogramme folgende Schritte:

  • Gründliche Inspektion der Örtlichkeit bei trockenem Wetter, um den Grad des Befalls, die Ameisenart (sofern möglich), Hauptstraßen und Eintrittsstellen zu bestimmen.
  • Die Zurückverfolgung der Ameisenstraßen im Freien so nah wie möglich bis zum Nest, wobei berücksichtigt werden sollte, dass Ameisenstraßen unter feuchten Bedingungen sehr schwer auszumachen sein können.
  • Die Applikation ausreichender Mengen von Fourmidor® Ameisenköderflüssigkeit entlang von Ameisenstraßen im Freien unter Verwendung von Köderstationen oder eines anderen Witterungsschutzes.
  • Dort, wo die sofortige Eliminierung sichtbarer Schädlinge nicht oberste Priorität hat, das Platzieren zusätzlicher Fourmidor® Köderstellen an peripheren Eintrittsstellen und entlang im Innenbereich verlaufender Ameisenstraßen an Stellen, bei denen die geringste Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Köder beim Reinigen entfernt werden.
  • Gründliches Behandlung mit Fendona® SC entlang von Ameisenstraßen im Innenbereich und an peripheren Eintrittsstellen an sensiblen Standorten, in denen eine sofortige Tilgung sichtbarer Schädlinge erforderlich ist, um die außen ausgelegten Fourmidor® Köder zu ergänzen.
  • Ausführliche Information des Kunden über das Behandlungsprogramm und die Position der Köderauslegestellen im Innenbereich, insbesondere mit dem Hinweis, die Köder beim Reinigen nicht zu entfernen oder Sprühinsektizide in ihrer Nähe zu verwenden.
  • Ein erneuter Besuch 2–4 Wochen nach der Behandlung, um zu überprüfen, ob noch immer Anzeichen eines fortdauernden Befalls vorhanden sind, sowie zum Auffüllen der Köderstellen, falls sie leer sind und noch immer Ameisen gesichtet werden.
  • Beratung der Kunden in Bezug auf effektive physikalische Bekämpfungsmaßnahmen, um die Gefahr eines erneuten Befalls zu minimieren.

Produkte

Fendona® 6 SC

Fendona® 6 SC

Erste Wahl für die professionelle Sprühbehandlung. Ein leistungsstarkes Residualinsektizid mit schneller Knockdown-Wirkung.

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Fourmidor®

Fourmidor®

Fourmidor® ist ein gebrauchsfertiger Flüssigköder für den professionellen Einsatz. Es wirkt bereits in sehr niedriger Dosierung beim Kontakt bzw. bei der Aufnahme in den Verdauungstrakt der Insekten.

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